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Der Kaiserdom macht Schule

<p style='margin:0;'>Wie die Mönche einst lebten, ist ein Thema der Workshops.<br /> <i>Foto: Andreas Greiner-Napp</i></p>

Wie die Mönche einst lebten, ist ein Thema der Workshops.
Foto: Andreas Greiner-Napp

von Ralph-Herbert Meyer, Der LOEWE, das Portal der Braunschweigischen Stiftungen

16. Dez. 2016

Außerschulischer Lernort begeisterte mit seinen ganzjährigen Workshops bereits mehr als 6000 Kinder und Jugendliche.

Die ehemalige Benediktiner Abteikirche „St. Peter und Paul“ in Königslutter, Kaiserdom genannt, gehört zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern Deutschlands. 1135 legten Kaiser Lothar und seine Gemahlin Richenza den Grundstein zum Gotteshaus und zum Kloster. Um Geschichte und Kultur hautnah für Kinder und Jugendliche erlebbar zu machen und ein Lernen mit allen Sinnen zu ermöglichen, hat sich der Kaiserdom seit 2010 als Außerschulischer Lernort mit unterschiedlichen Angeboten etabliert. Ein Kirchenraum als Klassenzimmer – das klingt nur auf den ersten Blick ungewöhnlich.

„Schülerinnen und Schüler lernen in unseren didaktisch aufbereiteten Workshops nicht nur das Mittelalter hautnah kennen, sondern sie erhalten auch die Möglichkeit, sich kreativ und aktiv mit Kunst, Architektur, Religion, Geschichte, Biologie und Musik auseinanderzusetzen. Sie erleben aufregende Stunden und erwerben gleichzeitig nachhaltiges Wissen“, erklärt Christine Jahn das pädagogisch stimmige Konzept. Sie ist neben Dr. Birgit Heinz eine der beiden Projektleiterinnen des Außerschulischen Lernorts. Ein Team von 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bietet dabei für alle Schulen im Braunschweigischen interessante Workshops zu den genannten Themenbereichen an.

Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Eigentümerin des Kaiserdoms, unterstützt das Konzept nach Kräften. „Der Kaiserdom in Königslutter ist ein Ort der Identifikation mit unserem kulturellen Erbe und der kreativen Entfaltung. Dort lässt sich Geschichte mit allen Sinnen erleben und in all ihrer Vielfalt entdecken“ sagt Tobias Henkel, Direktor der Stiftung.

Wichtig sind den beiden Projektleiterinnen insbesondere das entdeckende, forschende Lernen und die handlungsorientierte, kreative Herangehensweise. „Wir wollen die Entdeckerfreude bei den Schülerinnen und Schülern wecken. Die authentische Umgebung mit den jahrhundertealten Linden, des mittelalterlichen Kreuzganges des Kaiserdom und die historischen Gemäuer stellen viel zwangloser eine gefühlte Verbindung zu den alten Zeiten her, als das im Klassenzimmer möglich wäre“, sagt Christine Jahn. Sie verweist darauf, dass sich die Workshops an den allgemein gültigen Lehrplänen orientieren und sich deswegen problemlos in den Unterricht integrieren lassen.

In dieser besonderen Atmosphäre haben bisher mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen aus der gesamten Region in den vergangenen sechs Jahren die Angebote wahrgenommen, um Geschichte und Kultur hautnah wahrzunehmen, in ihrer Vielfalt zu entdecken und sich kreativ zu entfalten. Die fächerübergreifenden Kurse und Workshops zeichnen sich vor allem durch ihre handlungsorientierten Elemente aus. Im Vordergrund steht der Umgang mit dem besonderen Ort, dem Kirchenraum, in dem das entdeckende Lernen mit allen Sinnen erfolgt, neugierig macht und zum Lernen motivieren soll. Es wurde der Dom vermessen, Wappen wurden angefertigt, es wurde wie die Domrestauratoren gemalt oder wie einst die Benediktinermönche im Skriptorium geschrieben. Die Kirche wurde bei Wissensrallyes erkundet, als Kulisse für Rollenspiele genutzt oder die Orgel inspiziert. Für die praktischen Arbeiten stehen Seminarräume in unmittelbarer Nähe zum Dom zur Verfügung, und in der Klosterapotheke können nach einer Praxis-Einheit im Kräutergarten Salben angerührt oder Tee gemischt werden. Das Angebot ist sehr vielseitig und reicht sogar bis zu echten Ritter-Utensilien und Mönchskutten.

„Die Idee, schulisches und außerschulisches Lernen am Kaiserdom sinnvoll miteinander zu verknüpfen, funktioniert hervorragend. Die Schülerinnern und Schüler sind begeistert“, resümieren Dr. Birgit Heinz und Christine Jahn, die sich mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darüber freuen, dass die Angebote so gut von den Schulen angenommen werden. Die Kosten für die jeweils rund dreistündigen Workshops betragen 3 Euro pro Schüler/in. Dafür ist sämtliches Material, inklusive Stifte und Papier, vor Ort vorhanden. Spezielle Workshops sind auch für Kindergartengruppen möglich.

Die Workshops:

Kunstpädagogik: Schablonenschnitt und Pinselstrich – malen wie die Domrestauratoren (Altersgruppe ab Klasse 2); Mittelalterliche Schrift (Altersgruppe: ab Klasse 4); Kunst und Architektur mit allen Sinnen (Altersgruppe: SEK 1).

Geschichte: Dem Mittelalter auf der Spur (Altersgruppe: Klassen 3–4); Das Mittelalter am Kaiserdom – erlebt, erzählt, gespielt (Altersgruppe: Klassen 6–8).

Religion: Was uns der Dom erzählt (Altersgruppe: SEK 1); Mögen Engel uns begleiten … (Grundschule und SEK I).

Biologie: Kräutergarten und Klosterheilkunde (Altersgruppe: Klassen 1–7 ).

Musik: Töne aus Wind (Altersgruppe: alle Klassen)

Weihnachtsworkshop: Ein spezielles Angebot für Grundschulen in der Adventszeit

Info:

Buchung: an allen Schultagen des Schuljahres möglich.
Dauer der Workshops: 3–4 Stunden und nach Vereinbarung
Ausnahme: Orgelführung 45 Minuten
Preise: 3 € pro Schüler/in, mindestens 50 €
Musikalischer Workshop 20 €
Anmeldung: Telefon 05353 989577 und E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mehr unter: www.koenigslutter-kaiserdom.de