Pressemeldungen

Im Schatten des Doms wächst Besonderes

Von Sebahat Arifi, Braunschweiger Zeitung, 20.04.2017

Königslutter. Im Kräutergarten am Kaiserdom in Königslutter stehen auch zahlreiche Arzneipflanzen, die heutzutage gar nicht mehr so gängig sind.

<p style='margin:0;'>„Nein, das ist kein Dill.“ Birgit Heinz (rechts) deutet auf den Fenchel, dessen Pflanze oft mit dem Würzkraut verwechselt wird. Neben ihr Brigitte Reichwald.<br /> <i>Foto: Sebahat Arifi</i></p>

„Nein, das ist kein Dill.“ Birgit Heinz (rechts) deutet auf den Fenchel, dessen Pflanze oft mit dem Würzkraut verwechselt wird. Neben ihr Brigitte Reichwald.
Foto: Sebahat Arifi

Der Lavendel ist schon gewachsen, die Kamille bereits zum zweiten Mal ausgesät und die Marien­distel umgepflanzt. Auch im Kräutergarten in Königslutter hat die Saison längst begonnen. Doch dieses Stück Land im Schatten des Kaiserdoms benötigt an der einen oder anderen Stelle dann doch eine etwas speziellere Pflege als ein durch­schnitt­licher Garten.

Seit sieben Jahren gibt es den Kräutergarten, der nach historischem Vorbild eher ein Arzneigarten ist. Und noch immer würden sie mit einigen Pflanzen experimentieren, stellt Initiatorin Birgit Heinz fest. Ist der richtige Platz gefunden? Haben die Pflanzen überhaupt eine Chance, an der Stelle zu gedeihen?

Die Gegebenheiten an diesem historischen Standort sind gar nicht so einfach. Ist der Boden an der einen Stelle sehr trocken, ist schon ein paar Meter weiter alles wieder anders. Auch der Lichteinfall spiele natürlich eine Rolle, es ist ein relativ schattiges Plätzchen. Und ein zugiges. Wer aber im Sommer dort vorbeigeht, merkt bei all den üppig gewachsenen Pflanzen nichts davon.

Jetzt gerade sind die Beete zwar schon bearbeitet, aber noch sieht es nach einem langsamen Erwachen aus dem Winterschlaf aus. Dabei hat Brigitte Reichwald schon Ende Februar die ersten Arbeiten verrichtet. „Ich habe das Laub entfernt, das uns zuhauf hier in die Schneise geweht wird. Das muss auf jeden Fall von den Beeten runter. Dann muss abgeschnitten werden, was erfroren ist, und das Unkraut kommt weg“, zählt sie auf.

Reichwald gehört zum siebenköpfigen Team, das sich ehrenamtlich im Garten engagiert und hat wie alle anderen eine Leidenschaft für’s Gärtnern mitgebracht. Von Initiatorin Birgit Heinz war und ist der Kräutergarten ein Herzensprojekt, das mittlerweile zum außerschulischen Lernort gehört. Regelmäßig gehen die Ehrenamtlichen mit Schülern in den Garten und mixen im Anschluss Tees oder Salben aus Pflanzen, die sie zuvor frisch gepflückt haben.

<p style='margin:0;'>Einige Samen zum Pflanzen.<br /> <i>Foto: Sebahat Arifi</i></p>

Einige Samen zum Pflanzen.
Foto: Sebahat Arifi

Kamille spielt da eine wesentliche, weil sehr bekannte Rolle. Und dabei sei gerade die gar nicht einfach zu ziehen. „Das sollte man nicht meinen, weil sie jeden Landwirt ärgert, wenn sie in den Feldern wächst. Aber sie auf einer Fläche hochzuziehen ist wirklich schwierig“, berichtet die studierte Landwirtin. Das liege vor allem an den leichten Samen, die nur oberflächlich gesetzt werden und eben nicht immer angehen.

Kamille habe Heinz bereits zum zweiten und auch nicht zum letzten Mal gepflanzt, damit immer wieder neue Pflanzen kommen und der Garten nicht schon nach wenigen Wochen abgeerntet ist.

Pflegeleichter seien hingegen zweijährige oder gar mehrjährige Pflanzen. Alant, Mutterkraut oder Fenchel gehören zu den mehrjährigen und samen sich selbst aus. Zu den zweijährigen gehört die Königskerze. Einige ihrer verteilten Samen haben bereits getrieben und wurden zusammen in ein Beet gepflanzt.

Aus der Gärtnerei hat Birgit Heinz gerade neue Setzlinge geholt. Salbei, Rosmarin oder Majoran werden noch gepflanzt. Die gebe es ganz regulär. Wolle sie aber mal speziellere Pflanzen haben, müsse sie die bestellen. Es sei spannend zu sehen, ob zum Beispiel Arzneienzian auch im Schatten des Doms gedeihe. Oder ob für die Zistrose der richtige Standort gefunden wurde, damit sie ihre schönen Blüten zeigen kann. Die Saison wird es zeigen.

Der Kaiserdom macht Schule

<p style='margin:0;'>Wie die Mönche einst lebten, ist ein Thema der Workshops.<br /> <i>Foto: Andreas Greiner-Napp</i></p>

Wie die Mönche einst lebten, ist ein Thema der Workshops.
Foto: Andreas Greiner-Napp

von Ralph-Herbert Meyer, Der LOEWE, das Portal der Braunschweigischen Stiftungen

16. Dez. 2016

Außerschulischer Lernort begeisterte mit seinen ganzjährigen Workshops bereits mehr als 6000 Kinder und Jugendliche.

Die ehemalige Benediktiner Abteikirche „St. Peter und Paul“ in Königslutter, Kaiserdom genannt, gehört zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern Deutschlands. 1135 legten Kaiser Lothar und seine Gemahlin Richenza den Grundstein zum Gotteshaus und zum Kloster. Um Geschichte und Kultur hautnah für Kinder und Jugendliche erlebbar zu machen und ein Lernen mit allen Sinnen zu ermöglichen, hat sich der Kaiserdom seit 2010 als Außerschulischer Lernort mit unterschiedlichen Angeboten etabliert. Ein Kirchenraum als Klassenzimmer – das klingt nur auf den ersten Blick ungewöhnlich.

„Schülerinnen und Schüler lernen in unseren didaktisch aufbereiteten Workshops nicht nur das Mittelalter hautnah kennen, sondern sie erhalten auch die Möglichkeit, sich kreativ und aktiv mit Kunst, Architektur, Religion, Geschichte, Biologie und Musik auseinanderzusetzen. Sie erleben aufregende Stunden und erwerben gleichzeitig nachhaltiges Wissen“, erklärt Christine Jahn das pädagogisch stimmige Konzept. Sie ist neben Dr. Birgit Heinz eine der beiden Projektleiterinnen des Außerschulischen Lernorts. Ein Team von 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bietet dabei für alle Schulen im Braunschweigischen interessante Workshops zu den genannten Themenbereichen an.

Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Eigentümerin des Kaiserdoms, unterstützt das Konzept nach Kräften. „Der Kaiserdom in Königslutter ist ein Ort der Identifikation mit unserem kulturellen Erbe und der kreativen Entfaltung. Dort lässt sich Geschichte mit allen Sinnen erleben und in all ihrer Vielfalt entdecken“ sagt Tobias Henkel, Direktor der Stiftung.

Wichtig sind den beiden Projektleiterinnen insbesondere das entdeckende, forschende Lernen und die handlungsorientierte, kreative Herangehensweise. „Wir wollen die Entdeckerfreude bei den Schülerinnen und Schülern wecken. Die authentische Umgebung mit den jahrhundertealten Linden, des mittelalterlichen Kreuzganges des Kaiserdom und die historischen Gemäuer stellen viel zwangloser eine gefühlte Verbindung zu den alten Zeiten her, als das im Klassenzimmer möglich wäre“, sagt Christine Jahn. Sie verweist darauf, dass sich die Workshops an den allgemein gültigen Lehrplänen orientieren und sich deswegen problemlos in den Unterricht integrieren lassen.

In dieser besonderen Atmosphäre haben bisher mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen aus der gesamten Region in den vergangenen sechs Jahren die Angebote wahrgenommen, um Geschichte und Kultur hautnah wahrzunehmen, in ihrer Vielfalt zu entdecken und sich kreativ zu entfalten. Die fächerübergreifenden Kurse und Workshops zeichnen sich vor allem durch ihre handlungsorientierten Elemente aus. Im Vordergrund steht der Umgang mit dem besonderen Ort, dem Kirchenraum, in dem das entdeckende Lernen mit allen Sinnen erfolgt, neugierig macht und zum Lernen motivieren soll. Es wurde der Dom vermessen, Wappen wurden angefertigt, es wurde wie die Domrestauratoren gemalt oder wie einst die Benediktinermönche im Skriptorium geschrieben. Die Kirche wurde bei Wissensrallyes erkundet, als Kulisse für Rollenspiele genutzt oder die Orgel inspiziert. Für die praktischen Arbeiten stehen Seminarräume in unmittelbarer Nähe zum Dom zur Verfügung, und in der Klosterapotheke können nach einer Praxis-Einheit im Kräutergarten Salben angerührt oder Tee gemischt werden. Das Angebot ist sehr vielseitig und reicht sogar bis zu echten Ritter-Utensilien und Mönchskutten.

„Die Idee, schulisches und außerschulisches Lernen am Kaiserdom sinnvoll miteinander zu verknüpfen, funktioniert hervorragend. Die Schülerinnern und Schüler sind begeistert“, resümieren Dr. Birgit Heinz und Christine Jahn, die sich mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darüber freuen, dass die Angebote so gut von den Schulen angenommen werden. Die Kosten für die jeweils rund dreistündigen Workshops betragen 3 Euro pro Schüler/in. Dafür ist sämtliches Material, inklusive Stifte und Papier, vor Ort vorhanden. Spezielle Workshops sind auch für Kindergartengruppen möglich.

Die Workshops:

Kunstpädagogik: Schablonenschnitt und Pinselstrich – malen wie die Domrestauratoren (Altersgruppe ab Klasse 2); Mittelalterliche Schrift (Altersgruppe: ab Klasse 4); Kunst und Architektur mit allen Sinnen (Altersgruppe: SEK 1).

Geschichte: Dem Mittelalter auf der Spur (Altersgruppe: Klassen 3–4); Das Mittelalter am Kaiserdom – erlebt, erzählt, gespielt (Altersgruppe: Klassen 6–8).

Religion: Was uns der Dom erzählt (Altersgruppe: SEK 1); Mögen Engel uns begleiten … (Grundschule und SEK I).

Biologie: Kräutergarten und Klosterheilkunde (Altersgruppe: Klassen 1–7 ).

Musik: Töne aus Wind (Altersgruppe: alle Klassen)

Weihnachtsworkshop: Ein spezielles Angebot für Grundschulen in der Adventszeit

Info:

Buchung: an allen Schultagen des Schuljahres möglich.
Dauer der Workshops: 3–4 Stunden und nach Vereinbarung
Ausnahme: Orgelführung 45 Minuten
Preise: 3 € pro Schüler/in, mindestens 50 €
Musikalischer Workshop 20 €
Anmeldung: Telefon 05353 989577 und E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mehr unter: www.koenigslutter-kaiserdom.de

Außerschulischer Lernort Kaiserdom Königslutter:

Vierte Klassen der Driebeschule tauchten ein ins Mittelalter

Von Bernd Schunke, Der Stadtbüttel, September 2016

Königslutter. An einem Montag und einem Donnerstag vor den Sommerferien tauchten Schüler der 4. Klassen der Driebeschule Königslutter ein ins Mittelalter. Der Außerschulische Lernort Kaiserdom machte dies möglich. Eine Woche vorher hatten Schüler des Gymnasiums am Bötschenberg begeistert mitgemacht.

<p style='margin:0;'>Die Schüler und Schülerinnen hatten sich passend als Pilger und pilgernde Mönche verkleidet.<br /> <i>Foto: Bernd Schunke</i></p>

Die Schüler und Schülerinnen hatten sich passend als Pilger und pilgernde Mönche verkleidet.
Foto: Bernd Schunke

Die Schüler-Erlebnistage 2016 werden von der Ev. Landeskirche Braunschweig gefördert, und die Teilnahme ist für alle Schülerinnen und Schüler kostenlos. Die Verantwortlichen des Außer­schulischen Lernortes freuten sich sehr, dass die Driebeschule als Kooperationspartner an den diesjährigen Projekttagen teilnimmt.

„Das Konzept hat Herr Matthias Geginat, Fach­gruppen­leiter Geschichte am Gymnasium Ricarda Huch Schule in Braunschweig, erarbeitet und mit uns abgestimmt“, erläutert Christine Jahn, Koordinatorin des außerschulischen Lernorts.

Zwei Workshop-Angebote: Kräutergarten und Skriptorium wurden dieses Mal angeboten. Nach eineinhalb Stunden wechselten die Gruppen, sodass am Ende des Vormittags alle Schülerinnen und Schüler an beiden Workshops teilgenommen hatten. In den Workshops wurden darüber hinaus Vorbereitungen für die Nachmittags­veranstaltung getroffen.

<p style='margin:0;'>Eine von vier zu befragenden Figuren war der Bettelmönch am Löwenportal.<br /> <i>Foto: Bernd Schunke</i></p>

Eine von vier zu befragenden Figuren war der Bettelmönch am Löwenportal.
Foto: Bernd Schunke

Nach der Mittagspause folgte eine Veranstaltung im Kaiserdom selbst. Die Schülerinnen und Schüler wurden kostümiert als Pilger oder pilgernde Mönche vor dem Kaiserdom erwartet und mussten ein Rätsel lösen innerhalb der Thematik „Mittelalter erleben“. Es galt, das Kindergrab im Dom ausfindig zu machen und mittels Buchstaben, die sie bei erfolgreicher Lösung der Rätsel erhielten, den Namen des toten Kindes herauszubekommen. Der ist eigentlich nicht bekannt, aber der Außerschulische Lernort „taufte“ das Kind auf den Namen Gebhard. Das war also schlussendlich die Lösung.

bs

Religionspädagogik neu im Jahresprogramm des Außerschulischen Lernortes:

„Der Kaiserdom steckt voller Symbolik!“

Von Bernd Schunke, Der Stadtbüttel, Mai 2016

Königslutter. Seit 2010 wendet sich die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, als Eigentümerin des Kaiserdoms, mit ihrem Angebot eines Außerschulischen Lernortes an alle Schulen der Region. Ab sofort gibt es wieder ein religionspädagogisches Angebot für unterschiedliche Altersklassen und damit rückt das Bildprogramm im Kaiserdom wieder in den Focus. Dafür konnte Dr. Martin Senftleben, Pfarrer am Kaiserdom, gewonnen werden.

Zwei Angebote sind zunächst vorgesehen. „Was uns der Dom erzählt“ wendet sich an die Altersgruppe SEK 1. „Mögen Engel uns begleiten“ an Grundschulen und SEK 1. Pfarrer Dr. Martin Senftleben merkte man die Vorfreude auf diese spezielle Arbeit an. „Die Schüler können sich auf eine besondere Spurensuche begeben. Der Kaiserdom steckt voller Symbolik. Die Bilderwelt der Bibel im Kaiserdom ist auf Anhieb nicht jedem vertraut. So erzählen beispielsweise die Glasfenster die Lebensgeschichte Jesu. Auch Elemente sind mit Symbolik behaftet wie beispielsweise das Taufbecken, der Jagdfries oder der Kreuzgang. Es dürfte interessant sein, was die Schüler sehen, da lerne ich möglichweise auch dazu.“

Mit den Angeboten des Außerschulischen Lernortes Kaiserdom Königslutter können Schüler Geschichte hautnah erleben, erleben im wahrsten Sinn des Wortes. Der Kaiserdom ist ein Ort der Identifikation des kulturellen Erbes und der kreativen Entfaltung. Die vielfältigen Angebote orientieren sich dabei am Bildungsplan und sind auf verschiedene Klassenstufen abgestimmt.

Weitere Angebote sind beispielsweise „Töne aus Wind“ – eine Orgelführung, „Schablonenschnitt und Pinselstrich“ – malen wie die Domrestauratoren, „Skriptorium – Mittelalterliche Schrift“, „Kunst und Architektur mit allen Sinnen“, „Dem Mittelalter auf der Spur“, „Was uns der Dom erzählt“, „Mögen Engel uns begleiten“ oder „Kräutergarten und Klosterheilkunde“. Sie erfreuten sich bereits großer Beliebtheit.

<p style='margin:0;'>Mitarbeiterin Kathrin Schneider, Projektleiterin Christine Jahn, Pfarrer Dr. Martin Senftleben und Projektleiterin Birgit Heinz präsentierten das Programm 2016/2017 des Außerschulischen Lernortes Kaiserdom Königslutter.<br /> <i>Foto: Bernd Schunke</i></p>

Mitarbeiterin Kathrin Schneider, Projektleiterin Christine Jahn, Pfarrer Dr. Martin Senftleben und Projektleiterin Birgit Heinz präsentierten das Programm 2016/2017 des Außerschulischen Lernortes Kaiserdom Königslutter.
Foto: Bernd Schunke

Projektleiterin Christine Jahn berichtete stolz: „Die Nachfrage der Schulen ist stark, sogar in den Ferien werden wir nachgefragt. Das motiviert uns natürlich sehr. Das Thema Außerschulischer Lernort liegt den Mitarbeitern sehr am Herzen, ein Schuss Idealismus gehört bei jedem dazu.Fast 6000 Schüler aus dem ganzen Braunschweiger Land waren von 2010 bis jetzt schon hier, etliche von ihnen zum wiederholten Mal. Und wir fragen immer auch deren Bewertung ab, die Resonanz ist durchweg positiv.“

Insgesamt 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Schüler und gestalten lebendige, interessante Seminare. Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz ist eine große Hilfe. Sie stellt die Räume zur Verfügung und unterstützt bei der Ausstattung, beispielsweise des Materials.

bs